Bericht aus dem Frutigländer vom 22. September 2017 zum

Abend mit Regula Tanner und ihrem neuen Buch:

111 Orte im Berneroberland, die man gesehen haben muss!

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Bericht aus dem Frutigländer vom 7. Februar 2017 zur

Lesung mit Hans Abplanalp in der Bibliothek Reichenbach

 

REICHENBACH Letzte Woche las der Mundartschriftsteller Hans Abplanalp im Kirchgemeindehaus aus seiner neuen Erzählung «I gah nid furt» vor. Er schilderte eine Geschichte, die auch die hiesigen Bergbauern zum Nachdenken anregen dürfte.

CHLAUS LÖTSCHER

Nehmen wir einmal an, die Einwohner des Kantons würden mittels Initiative beschliessen, Bergbauernbetriebe, die durch den Steuerzahler stark subventioniert werden müssen, aus Spargründen zu schliessen und die Bewohner umzusiedeln – notfalls zwangsweise. Während die junge Generation das dank der gesprochenen finanziellen Entschädigung noch erträgt, führt dies beim alten Bauern und seiner Frau zu Wut und Widerstand – so sehr, dass der Bauer schliesslich in einer psychiatrischen Klinik landet.

Dies ist die Ausgangslage in der neuen Mundarterzählung von Hans Abplanalp, welche im Zytglogge Verlag erschienen ist.

Dass am Ende doch nicht alles so schlimm herauskommt und der alte Bauer sich mit seinem Schicksal abfindet, verdankt er verschiedenen Zufällen, die durch die heutige Gesellschaft mit ihrer grenz- und religionsüberschreitenden Offenheit geprägt werden. Nur wer sich nicht öffnet und sich stur an die Vergangenheit klammert, geht unter wie der alte Nachbar Gottfried.

 

Ein Zeitzeugnis

Hans Abplanalp, Jahrgang 1947, pensionierter Lehrer, in Münsingen lebend, liefert eine moderne

Geschichte, eingebettet in urigländliche Tradition, geschrieben in bodenständigem und gut lesbarem Berner Dialekt. Die Idee zur Geschichte lieferte die politische Diskussion über den Finanzausgleich, mit dem finanzstarke Kantone die finanzschwachen unterstützen müssen und stets darüber klagen. Was wäre, wenn plötzlich dieser Finanzausgleich wegfiele und der Kanton die teuren Randregionen und dort angesiedelten Bauernhöfe aufgeben würde? Abplanalps Erzählung geht aber über den politischen Diskurs hinaus und liefert, mit viel Humor gespickt, eine tief menschliche Geschichte. Sie ist eingebet- tet in die heutige pluralistische Schweiz mit ihren reichen Protzen und ihren Zuwanderern, von denen viele einst auch ein schweres Schicksal getroffen hat.